Der Lacklaborant Lernwerk

Alle Tafeln › Kapitel 12 · Prüf- und Messtechnik

L-164

Die CIE-Normfarbtafel

Farbart als x-y-Diagramm — genormt in DIN 5033

WahlqualifikationB 13

KernaussageDie CIE-Normfarbtafel (DIN EN ISO/CIE 11664) stellt Farben über die Normfarbwertanteile x und y in einem Diagramm dar; alle realisierbaren Farben liegen innerhalb der hufeisenförmigen Fläche.

Von den Farbwerten zur Farbtafel

Aus den Normfarbwerten X, Y und Z (siehe L-162) berechnet man die Normfarbwertanteile x und y. x und y beschreiben die Farbart; die Helligkeitsinformation wird durch den Tristimuluswert Y separat berücksichtigt.

Die Berechnung

x = X / (X + Y + Z)     y = Y / (X + Y + Z)

X, Y, Z = Normfarbwerte · x, y = Farbwertanteile (Normfarbtafel)

Das Diagramm

In der Farbtafel steht x waagerecht, y senkrecht. Die reinen Spektralfarben liegen auf dem hufeisenförmigen Rand, unten geschlossen durch die Purpurgerade. Alle physikalisch realisierbaren Farben liegen innerhalb dieser Fläche. Der unbunte Weißpunkt liegt je nach verwendeter Normlichtart an einer definierten Position innerhalb der Farbtafel; er liegt nicht generell geometrisch in der Mitte.

Verhältnis zu CIELAB

Normfarbtafel und CIELAB gehen beide aus den Farbwerten X, Y, Z hervor, sind aber verschiedene Darstellungen. CIELAB (L-162) ist wahrnehmungsgerechter und dient der Abstandsmessung; die Normfarbtafel ist anschaulicher für die Farbart. Grundbegriffe stehen in DIN 5033-1; Normalbeobachter, Normlichtarten und die Normfarbwerte X, Y und Z, aus denen die Farbwertanteile berechnet werden, sind in DIN EN ISO/CIE 11664 (Teile 1 bis 3) festgelegt — die früheren Teile 2 bis 4 der DIN 5033 sind zurückgezogen.

Nutzen

Die Farbtafel zeigt Farborte, Farbmischungen und den erreichbaren Farbraum (Gamut) anschaulich. Für die Freigabe einer Charge nutzt man dagegen den Farbabstand ΔE (siehe L-163).

Merksatz

CIE-Normfarbtafel (DIN EN ISO/CIE 11664): x = X/(X+Y+Z), y = Y/(X+Y+Z). Spektralfarben auf dem Rand, Purpurgerade unten, alle realen Farben innen; der unbunte Weißpunkt liegt je nach Normlichtart an einer definierten Stelle innerhalb der Fläche. Anschaulich für die Farbart, ΔE für die Prüfung.

CIE-NormfarbtafelNormfarbwertanteileDIN 5033FarbartSpektralfarbenPurpurgeradeWeißpunktFarbraumCIELABXYZ
Quellen
  • Brock/Groteklaes/Mischke, Lehrbuch der Lacktechnologie
  • DIN 5033-1
  • DIN EN ISO/CIE 11664

Übungsblatt Ü-164

Prüfen, ob es sitzt.

Verständnis8 Punkte

1. Was zeigt die CIE-Normfarbtafel, und wo liegen Spektralfarben, Purpurgerade und Weißpunkt?

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InhaltDie Farbart über die Normfarbwertanteile x und y, unabhängig von der Helligkeit.
SpektralfarbenAuf dem hufeisenförmigen Rand.
PurpurgeradeDie untere gerade Verbindung, die das Hufeisen schließt.
Weißpunkt/FlächeDer unbunte Weißpunkt liegt je nach Normlichtart an einer definierten Stelle im Inneren der Fläche (nicht zwangsläufig geometrisch mittig); alle realen Farben liegen innerhalb der Fläche.
Warum das eine Eins verdientAufbau der Farbtafel wird korrekt beschrieben.
Berechnung8 Punkte

2. Eine Farbe hat die Normfarbwerte X = 30, Y = 40, Z = 30. Berechnen Sie die Normfarbwertanteile x und y.

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SummeX + Y + Z = 30 + 40 + 30 = 100
xx = X / (X+Y+Z) = 30 / 100 = 0,30
yy = Y / (X+Y+Z) = 40 / 100 = 0,40
Warum das eine Eins verdientDie Normfarbwertanteile werden korrekt aus X, Y, Z berechnet.
Anwendung6 Punkte

3. Wofür nutzt man die Normfarbtafel, und wofür in der Qualitätssicherung eher den Farbabstand ΔE?

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NormfarbtafelAnschauliche Darstellung von Farbort, Farbmischung und erreichbarem Farbraum (Gamut).
ΔEFür die Freigabe einer Charge — die messbare Abweichung von einem Standard (siehe L-163).
Warum das eine Eins verdientDer Unterschied Darstellung (Normtafel) gegen Abstandsmaß (ΔE) wird erkannt.

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