Alle Tafeln › Kapitel 12 · Prüf- und Messtechnik
L-165
Das RAL-Farbregister
Farbtöne eindeutig benennen — und farbmetrisch prüfen
WahlqualifikationB 13
Wozu ein Farbregister
Während die Farbmetrik Farben misst (siehe L-162), dient ein Farbregister der eindeutigen Benennung und Bestellung. Im deutschsprachigen Raum weit verbreitet ist das RAL-System, herausgegeben von RAL, dem Deutschen Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung, das aus dem früheren Reichsausschuss für Lieferbedingungen hervorgegangen ist.
Aufbau der Nummern
Im RAL-Classic-Register hat jeder Farbton eine vierstellige Nummer; die erste Ziffer kennzeichnet die Farbfamilie: 1000er gelb, 2000er orange, 3000er rot, 4000er violett, 5000er blau, 6000er grün, 7000er grau, 8000er braun, 9000er weiß, schwarz und Aluminium. Diese Systematik gilt für RAL Classic und ist nicht ohne Weiteres auf andere RAL-Systeme übertragbar.
Beispiele
Bekannte Töne sind etwa RAL 5010 Enzianblau, RAL 6005 Moosgrün oder RAL 9010 Reinweiß. Auch Signal- und Leuchtfarben sind erfasst, zum Beispiel RAL 1026 Leuchtgelb, RAL 2005 Leuchtorange, RAL 3024 Leuchtrot und RAL 3026 Leuchthellrot (siehe L-43).
RAL und Farbmetrik
Eine RAL-Nummer benennt einen Farbton, misst ihn aber nicht. Ob eine Charge den RAL-Ton trifft, wird über die Farbmetrik geprüft: Man vergleicht den gemessenen L*a*b*-Wert der Probe mit dem des RAL-Standards und bewertet den Farbabstand ΔE*ab = √(ΔL*² + Δa*² + Δb*²) (siehe L-163). Benennung und Messung ergänzen sich also.
Weitere Farbsysteme
Neben RAL gibt es weitere Ordnungssysteme, etwa das NCS (Natural Color System) oder herstellereigene Farbkarten. Sie alle lösen dasselbe Problem: Farben unabhängig vom Betrachter eindeutig zu benennen und reproduzierbar zu bestellen.
Merksatz
RAL benennt Farbtöne über vierstellige Nummern; die erste Ziffer ist die Farbreihe (1 gelb … 9 weiß/schwarz). Benannt wird über RAL, geprüft über die Farbmetrik (L*a*b*, ΔE).
- Brock/Groteklaes/Mischke, Lehrbuch der Lacktechnologie
- RAL — öffentliches Farbregister
Übungsblatt Ü-165
Prüfen, ob es sitzt.
1. Was sagt die erste Ziffer einer RAL-Classic-Nummer aus? Ordnen Sie den Reihen 1000, 5000 und 8000 die jeweilige Farbe zu.
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2. Ein RAL-Standard hat L*a*b* = (70, 10, 75); die Charge misst (72, 8, 79). Berechnen Sie den Farbabstand ΔE*ab und beurteilen Sie, ob die Charge nachgestellt werden sollte.
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3. Warum reicht die RAL-Nummer allein nicht aus, um eine produzierte Charge farblich freizugeben?