Der Lacklaborant Lernwerk

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L-161

Lack- und Lackierschäden

Schadensbilder, Ursachensuche und Analyseverfahren

Prüfungsteil 1A 7.1

KernaussageLack- und Lackierschäden werden systematisch nach Erscheinungsbild und Ursache analysiert. Moderne mikroskopische und spektroskopische Verfahren helfen bei der Ursachensuche.

Schadensbilder und Ursachen

Typische Schäden sind Benetzungsstörungen (Krater), Kocher/Blasen, Läufer und Runzeln, Schleifriefen, Farbtonabweichung sowie Stippen (Agglomerate, Gelteilchen) und Schmutz- bzw. Staubeinschlüsse. Mögliche Ursachen sind z. B. zu hohe Oberflächenspannung, zu nasses Lackieren oder eine unsaubere Spritzpistole.

Systematische Ursachensuche

Zunächst das Schadensbild genau beschreiben, dann mögliche Ursachen eingrenzen (Material, Untergrund, Applikation, Umgebungsbedingungen) und Prozessdaten, Referenzmuster sowie die Verarbeitungshistorie einbeziehen. Oft ist es schwer, eindeutig zuzuordnen, ob Hersteller oder Verarbeiter die Verantwortung trägt.

Analyseverfahren

  • Auflichtmikroskopie und Querschliff — Schichtaufbau, Schichtdicken, Einschlüsse.
  • FTIR-Mikroskopie — kann chemische Informationen gezielt aus mikroskopischen Bereichen bzw. Fehlstellen liefern (identifiziert nicht zwangsläufig jede unbekannte Substanz eindeutig; Spektrum, Datenbank und Matrix müssen berücksichtigt werden).
  • REM/EDX liefert Struktur- und Elementinformationen; Laser-Mikrosonde (LAMMA) kann je nach Verfahren und Messbedingungen zusätzlich massenspektrometrische Informationen liefern.

Vorbeugung

Saubere, gut vorbehandelte Untergründe, richtige Applikations- und Trocknungsbedingungen, sorgfältige Eingangskontrolle der Rohstoffe und Rückstellmuster verringern Schäden und erleichtern später die Ursachenklärung.

Umwelt und Sicherheit

Bei der Probenpräparation (Schleifen, Schneiden) Staub- und Splitterschutz tragen. Reinigungslösemittel sparsam einsetzen und Reste als Sonderabfall entsorgen.

Merksatz

Schaden liegt im Material, Untergrund oder in der Verarbeitung. Erst Bild beschreiben, dann Ursache eingrenzen. Analyse: Mikroskopie/Querschliff, FTIR-Mikroskopie, LAMMA/REM. Vorbeugung: saubere Untergründe + Eingangskontrolle + Rückstellmuster.

LackierschadenKraterKocherStippenSchadensanalyseUrsachensucheQuerschliffFTIR-MikroskopieLAMMARückstellmuster
Quellen
  • Brock/Groteklaes/Mischke, Lehrbuch der Lacktechnologie

Übungsblatt Ü-161

Prüfen, ob es sitzt.

Verständnis8 Punkte

1. Wie gehen Sie bei der Suche nach der Ursache eines Lackierschadens systematisch vor?

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SchadensbildZuerst das Erscheinungsbild genau beschreiben (z. B. Krater, Kocher, Läufer, Stippen).
EingrenzenMögliche Ursachen den Bereichen Material, Untergrund, Applikation oder Bedingungen zuordnen.
VergleichReferenzmuster und Verarbeitungshistorie heranziehen.
AnalyseBei Bedarf Mikroskopie/Querschliff und FTIR-Mikroskopie zur gezielten Untersuchung von Fehlstellen einsetzen.
Warum das eine Eins verdientDas systematische Vorgehen (Bild → Ursache eingrenzen → vergleichen → analysieren) wird vollständig dargestellt.
Anwendung8 Punkte

2. Auf einem Decklack treten kleine, kraterförmige Vertiefungen auf. Welche Ursache vermuten Sie und wie prüfen Sie das?

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VerdachtKrater entstehen meist durch Benetzungsstörungen — z. B. Öl-, Silicon- oder Fettreste auf dem Untergrund oder im Lack.
PrüfungUntergrund und Oberflächenspannung prüfen; unter dem Mikroskop den Kratergrund betrachten; FTIR-Mikroskopie zur Identifizierung der Störsubstanz.
AbhilfeUntergrundreinigung verbessern, Verunreinigungsquelle (z. B. Druckluft/Öl) beseitigen, ggf. Verlaufadditive anpassen.
Warum das eine Eins verdientKrater werden korrekt als Benetzungsstörung gedeutet und mit passender Analyse und Abhilfe verknüpft.
Anwendung6 Punkte

3. Warum sind Rückstellmuster und eine Eingangskontrolle der Rohstoffe für die Schadensklärung wichtig?

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RückstellmusterErlauben später den Vergleich mit der tatsächlich gelieferten/verarbeiteten Charge.
EingangskontrolleDokumentiert die Rohstoffqualität und trennt Material- von Verarbeitungsfehlern.
NutzenSo lässt sich die Verantwortung (Hersteller/Verarbeiter) besser zuordnen und Wiederholung vermeiden.
Warum das eine Eins verdientDer Wert von Rückstellmustern und Eingangskontrolle für die Ursachen- und Verantwortungsklärung wird erkannt.

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