Alle Tafeln › Kapitel 5 · Herstellung und Betrieb
L-63
Prozess- und Umweltarbeitstechniken
Sicher und geregelt arbeiten — Emissionen, Abfall und Ressourcen im Blick
WahlqualifikationB 19 · B 20
Prozess und Umwelt im Arbeitsalltag
Zwei Arbeitstechniken durchziehen jede Tätigkeit in der Lacktechnik: das prozessbezogene Arbeiten — sicher, geregelt und dokumentiert — und das umweltbezogene Arbeiten mit Blick auf Emissionen, Abfall und Ressourcen. Beide sind eigene Wahlqualifikationen, greifen im Alltag aber ineinander.
Prozessbezogenes Arbeiten
Wer im Prozess arbeitet, hält festgelegte Abläufe ein, überwacht kritische Parameter, prüft nach Vorgabe und dokumentiert lückenlos. Standardarbeitsanweisungen, Qualitätssicherung und Rückverfolgbarkeit sichern gleichbleibende Ergebnisse und erlauben es, Abweichungen früh zu erkennen und zu korrigieren.
Umweltschutz in der Lacktechnik
Mit den 2021 modernisierten Standardberufsbildpositionen ist „Umweltschutz und Nachhaltigkeit“ fester Bestandteil aller neu geordneten Ausbildungsberufe; die für Lacklaboranten geltende Verordnung (Neufassung 2020) führt die Position „Umweltschutz“ — der Anspruch ist derselbe: Bei jeder Rezeptur- und Verfahrensentscheidung sind die drei Dimensionen Ökologie, Ökonomie und Soziales mitzudenken — von der Rohstoffherkunft über den Energieverbrauch bis zur Recyclingfähigkeit. Lacke enthalten Lösemittel, Härter und Pigmente, die Umwelt und Gesundheit belasten können. Umweltbezogenes Arbeiten heißt: Emissionen senken (VOC, siehe L-168), Abfälle richtig trennen und entsorgen, Gefahrstoffe sicher handhaben und Wasser wie Energie sparsam einsetzen.
Emissionen und Abfall
Organische Lösemittel werden über Abluftreinigung oder durch die Umstellung auf wässrige, festkörperreiche oder Pulversysteme reduziert (siehe L-168). Lackschlamm, Reinigungslösemittel und Restlacke sind fachgerecht zu entsorgen oder zurückzugewinnen; Overspray-Recycling und Kreislaufführung sparen Material und Kosten.
Nachhaltigkeit und Recht
Umweltarbeit folgt gesetzlichen Vorgaben — etwa dem Gefahrstoffrecht (siehe L-171, L-172), dem Abfallrecht (siehe L-175) und dem Immissionsschutzrecht (siehe L-168, L-176) — und zunehmend Nachhaltigkeitszielen: weniger Ressourcenverbrauch, längere Lebensdauer der Beschichtung, recyclingfähige Systeme. Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz gehen dabei oft Hand in Hand.
Merksatz
Prozessbezogen heißt geregelt, überwacht, dokumentiert; umweltbezogen heißt Emissionen senken, Abfall und Gefahrstoffe richtig handhaben, Ressourcen schonen. Beide Arbeitstechniken sichern Qualität und Zukunftsfähigkeit.
- Ausbildungsrahmenplan Lacklaborant (Anlage 3)
- Brock/Groteklaes/Mischke, Lehrbuch der Lacktechnologie
Übungsblatt Ü-63
Prüfen, ob es sitzt.
1. Grenzen Sie prozessbezogenes und umweltbezogenes Arbeiten voneinander ab und nennen Sie je zwei typische Tätigkeiten.
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2. Ein Betrieb setzt 200 kg Lösemittel pro Tag ein; 85 % werden durch Rückgewinnung im Kreislauf gehalten. Wie viel wird täglich emittiert bzw. muss ersetzt werden?
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3. Ein Lackierbetrieb will Lösemittelemission und Abfall senken. Nennen Sie zwei rezeptur- oder verfahrensseitige Maßnahmen.