Alle Tafeln › Kapitel 10 · Spezial- und Funktionsbeschichtungen
L-134
Straßenmarkierungsfarbe
Kennzeichnen statt schützen — reflektierend, abriebfest, elastisch
Prüfungsteil 1A 9
Aufgabe
Anders als die meisten Beschichtungen dienen Straßenmarkierungsfarben nicht dem Korrosionsschutz oder der Dekoration, sondern der Kennzeichnung und Leitung des Verkehrs. Wegen der riesigen Straßenflächen sind sie wirtschaftlich sehr bedeutend.
Bindemittel
Häufig ist ein physikalisch trocknendes Acrylatharz (lösemittel- oder wasserbasiert), das schnell überfahrbar ist. Daneben gibt es lösemittelfreie Zweikomponenten-Kaltplastiken und Heißschmelz-Systeme, für die der Begriff Thermoplastikmarkierung reserviert ist.
Reflexion durch Glasperlen
Damit die Markierung nachts leuchtet, werden Glasperlen eingemischt oder frisch aufgestreut. Glasperlen erzeugen Retroreflexion, indem einfallendes Licht über Brechung und Reflexion bevorzugt in Richtung der Lichtquelle zurückgeführt wird, und sorgen so für die Nachtsichtbarkeit.
Anforderungen
Die Farbe muss je nach Einsatz eine hohe Abriebfestigkeit (ständiger Verkehr), ausreichende Verformbarkeit und Weißtonbeständigkeit aufweisen, mit guter Haftung auf Asphalt. Die Überfahrbarkeit wird durch System, Schichtdicke, Temperatur und Feuchte bestimmt; viele schnell trocknende Systeme können nach relativ kurzer Zeit freigegeben werden.
Umwelt und Sicherheit
Wegen der großen eingesetzten Mengen ist Emissionsarmut besonders wichtig: Bevorzugt werden lösemittelarme, wasserbasierte oder Heißschmelz-Systeme. Flammpunkt und VOC-Gehalt sind zu beachten.
Merksatz
Straßenmarkierung = Kennzeichnen. Physikalisch trocknendes Acrylat (schnell überfahrbar), Glasperlen für die Retroreflexion, sehr abriebfest und dauerelastisch — und wegen der Mengen möglichst emissionsarm.
- Brock/Groteklaes/Mischke, Lehrbuch der Lacktechnologie
Übungsblatt Ü-134
Prüfen, ob es sitzt.
1. Welche Funktion hat eine Straßenmarkierungsfarbe, welches Bindemittel ist typisch, und wie entsteht die Reflexion?
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2. Eine Markierung soll eine Trockenschichtdicke von 300 µm erreichen. Bei einem Volumenfestkörper von 55 % — welche Nassschichtdicke ist nötig?
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3. Warum wird bei Straßenmarkierungsfarben besonders auf Emissionsarmut geachtet?